Zu den Bedürfnissen theoretischer und praktischer Vernunft
DOI:
https://doi.org/10.5902/2179378643379Schlagworte:
Vernunftbedürfnis, Subjektiver Grund, Objektive Gründe, Moralische PostulateAbstract
Das über die Grenzen möglicher Erfahrungserkenntnis hinausgehende Denken benötigt einen subjektiven Grund zur Legitimierung seiner Urteile. Dieser liegt nach Kant im Gefühl eines “Vernunftbedürfnisses”, das aber seinerseits (zur Unterscheidung von “un-vernünftigem” Drang) als ein solches begründet werden muss. Hierzu dient die Reklamierung eines besonderen “Recht[s] des Bedürfnisses” der Vernunft, “als eines subjectiven Grundes etwas […] anzunehmen, was sie durch objective Gründe zu wissen sich nicht anmaben darf” [08:137]. Im Unterschied zum Bedürfnis der theoretischen Vernunft und seiner Befriedigung durch blobe Hypothesen (“Urgrund”) ist das praktische Vernunftbedürfnis unbedingt, weil wir hier nicht nur “urtheilen wollen, sondern […] urtheilen müssen” [08:139]. – Die besonderen Bedingungen dieses “Müssens” – die moralischen “Postulate” – sollen im Folgenden kritisch beleuchtet werden.Downloads
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