Zu den Bedürfnissen theoretischer und praktischer Vernunft

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.5902/2179378643379

Schlagworte:

Vernunftbedürfnis, Subjektiver Grund, Objektive Gründe, Moralische Postulate

Abstract

Das über die Grenzen möglicher Erfahrungserkenntnis hinausgehende Denken benötigt einen subjektiven Grund zur Legitimierung seiner Urteile. Dieser liegt nach Kant im Gefühl eines “Vernunftbedürfnisses”, das aber seinerseits (zur Unterscheidung von “un-vernünftigem” Drang) als ein solches begründet werden muss. Hierzu dient die Reklamierung eines besonderen “Recht[s] des Bedürfnisses” der Vernunft, “als eines subjectiven Grundes etwas […] anzunehmen, was sie durch objective Gründe zu wissen sich nicht anmaben darf” [08:137]. Im Unterschied zum Bedürfnis der theoretischen Vernunft und seiner Befriedigung durch blobe Hypothesen (“Urgrund”) ist das praktische Vernunftbedürfnis unbedingt, weil wir hier nicht nur “urtheilen wollen, sondern […] urtheilen müssen” [08:139]. –  Die besonderen Bedingungen dieses “Müssens” – die moralischen “Postulate” – sollen im Folgenden kritisch beleuchtet werden.

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Autor/innen-Biografie

Christian Hamm, Federal University of Santa Maria, Santa Maria, RS

Professor of Philosophy at Federal University of Santa Maria, Santa Maria, RS

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Veröffentlicht

2020-04-15

Zitationsvorschlag

Hamm, C. (2020). Zu den Bedürfnissen theoretischer und praktischer Vernunft. Voluntas: International Journal of Philosophy, 11(1), 164–172. https://doi.org/10.5902/2179378643379

Ausgabe

Rubrik

Schopenhauerian Studies (Continuous Flow)